Stadt Dormagen reicht Förderantrag „Smart Industrial City“ ein:
Aktuell 17 Netzwerkpartner sind mit an Bord

Die Initiative zum Förderantrag „Smart Industrial City“ ist aus der kreativen Zusammenarbeit im ChemLab, einem Digitalisierungsprojekt von Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss und CHEMPARK-Betreiber CURRENTA, hervorgegangen. Dort arbeiten die Projektpartner bereits seit 2018 erfolgreich an digitalen Lösungen für die chemische Industrie. Dabei sind auch Aufgaben in den Fokus gerückt, die im CHEMPARK und im öffentlichen Raum gleichermaßen bewältigt werden müssen. In den vergangenen Monaten hat sich so aus dem ChemLab als Nachhaltigkeitsperspektive neben dem IndustryHub ein komplexes Kooperationsprojekt mit regionaler Bedeutung entwickelt.

Digitaler Zwilling: Baumaßnahmen im Simulator

Mit dem Förderantrag „Smart Industrial City: Nachbarschaft in Echtzeit“, der von der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SWD) erarbeitet wurde, soll nahtlos an die effiziente Zusammenarbeit angeknüpft werden. Fristgerecht wurde der Antrag – mit Zustimmung des Stadtrates – zum 20. Mai beim Bundesministerium des Innern eingereicht.

„Über das ChemLab konnten wir wertvolle Kontakte zu Startups, IT-Mittelständlern und in die chemische Industrie knüpfen. Diese Strukturen nutzen wir jetzt, um in einem offenen Beteiligungsverfahren die Kerninnovation des Digitalen Zwillings zu konzipieren, der künftig als digitaler Puls für Stadt- und Wirtschaftsentwicklung fungieren soll“, resümiert SWD-Projektleiter André Heryschek den aktuellen Sachstand. Beim Digitalen Zwilling handelt es sich um eine datenbasierte Simulationsumgebung, in der z. B. Bau- und Infrastrukturmaßnahmen geplant und ihre Auswirkungen anschaulich dargestellt werden können.

Mit regionalen Partnern Synergien nutzen

„Wir freuen uns sehr über den großen Rückhalt der Politik, das engagierte Mitwirken der Fach- und Führungskräfte aus Stadtkonzern, CURRENTA und auch dem Rhein-Kreis Neuss sowie die Kooperationsideen unserer Netzwerkpartner“, betont Heryschek. Neben der Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) und der RWTH Aachen, die sich mit konkreten Ideen und finanziellen Mitteln am Projekt beteiligen, sind aktuell 15 weitere Netzwerkpartner mit an Bord. Darunter kommunale Akteure, wie der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Krefeld, Netzwerkverbände, etwa die Metropolregion Rheinland, ChemCologne und die DigiHubs in Köln und Düsseldorf sowie wissenschaftliche Einrichtungen, wie das Fraunhofer FIT oder die Universität Siegen.

Ein Projektziel: Bessere Luft in den Städten durch optimierte Verkehrsführung

Die RWTH Aachen möchte bei positivem Förderbescheid das Thema „Künstliche Intelligenz (KI) für den Umweltschutz“ behandeln. Dabei soll über eine intelligente Verkehrsführung der Verkehrsfluss optimiert und so die Luftqualität verbessert werden. „Feinstaub, Stickoxide und CO2-Emmissionen tragen maßgeblich zur schlechten Luftqualität in Städten bei. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und unter anderem auch in der Infrastruktur von Städten zu finden. Unser Ziel ist die Optimierung der Luftqualität durch eine bessere Verkehrsführung mittels KI-basierten Ampelschaltungen“, erklärt Prof. Thomas Bergs. Die erwarteten vorteilhaften Auswirkungen skizziert er so: „Durch eine Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit zunächst des ÖPNV, später aller Verkehrsteilnehmer erreichen wir im Umkehrschluss weniger Stillstände, weniger Bremsvorgänge, weniger Anfahrvorgänge und eine geringere Verweildauer.“
 

Smarter leben in Dormagen: Stadt und CHEMPARK entwickeln bundesweites Pilot-Projekt „Smart Industrial City“

In einer bislang in Deutschland einzigartigen Kooperation von Industrie und öffentlicher Verwaltung treiben Stadtkonzern und CHEMPARK auch in der Corona-Krise gemeinsam das Projekt „Smart Industrial City“ voran. Keimzelle der Zusammenarbeit ist das 2017 gestartete „ChemLab“, wo die Idee, Technologie-Startups und Unternehmen aus der Chemie zu vernetzen, in konkrete Projekte überführt wurde. Aktuell werden beispielsweise Lösungen für eine digitalisierte Einlasskontrolle für den CHEMPARK erarbeitet.

Nun also der nächste Schritt: „Als ,Smart Industrial City‘ wollen wir als erste Kommune im Land zusammen mit der CURRENTA einen Schritt weitergehen. Wir wollen gemeinsam digitale Lösungen entwickeln für Aufgaben, die sowohl im CHEMPARK als auch im öffentlichen Raum bewältigt werden müssen, und mit diesen Lösungen das öffentliche Leben für die Bürger angenehmer machen“, skizziert André Heryschek den konkreten Rahmen des Projekts.

Heryschek verantwortet bei der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SWD) das Thema Digitalisierung und erarbeitet als Ideengeber aktuell den Förderantrag für das vom Bundesinnenministerium aufgelegte Programm „Smart Cities made in Germany“.  Mit 750 Millionen Euro fördert der Bund Modellprojekte, die geeignet sind, „die Qualitäten der europäischen Stadt in das Zeitalter der Digitalisierung zu übertragen“, wie es in der offiziellen Ausschreibung heißt.

Zukunft mit intelligenten Technologien sichern

Ein praktisches Beispiel für die „Smart Industrial City“ Dormagen könnten intelligente Ampelschaltungen und LKW-Leitsysteme sein, die die Belastung für alle Verkehrsteilnehmer reduzieren. Ein anderes kommt aus dem Bereich Infrastruktur: Wenn Kanäle mit Sensoren überwacht statt turnusmäßig überprüft werden, spart das der öffentlichen Hand Geld und Manpower. Es werden Ressourcen frei, die sinnvoll an anderer Stelle eingesetzt werden können. „Digitale Lösungen können den Service und die Lebensqualität für Bürger erhöhen, den ökologischen Fußabdruck verringern sowie eine wichtige Antwort auf den drängenden Fachkräftemangel liefern“, ist Michael Bison überzeugt, Geschäftsführer der SWD, die als städtische Tochter das Thema für den gesamten Stadtkonzern vorantreibt.

In zwei Workshops haben Führungskräfte des Stadtkonzerns, des Rhein-Kreises Neuss und der CURRENTA in den vergangenen Monaten bereits Grundlagenarbeit geleistet. Nachdem im ersten Workshop die Themen Mobilität und Infrastruktur als Basisthemen definiert wurden, ging es zuletzt um die Anbindung von Projektideen an den sogenannten „Digitalen Zwilling“ – eine datenbasierte Simulationsumgebung, in der z.B. Bau- und Infrastrukturmaßnahmen geplant und deren Auswirkungen simuliert werden können.

Digital vernetzte Stadt mit intelligenter Industrie

Auf der Zukunftsmesse „Digital Demo Day“ in Düsseldorf schaute sich die Community im Februar dann digitale Möglichkeiten aus der Nähe an. Die CURRENTA hatte den gemeinsamen Besuch in Düsseldorf organisiert, ChemLab-Manager Guido Doublet im Vorfeld Startups gefunden, deren Geschäftsmodelle Anknüpfungspunkte für die Smart Industrial City bieten. Exakt zwölf Minuten hatten die sechs ausgewählten Entwickler Zeit, um ihre Lösungen zu präsentieren – zum Beispiel für maschinell durchgeführte Qualitätskontrollen, zur hackersicheren Datenspeicherung, für kameragesteuerte Reparaturen an Industrieanlagen oder zur Solarstromversorgung von Sensoren.

App gibt Aufschluss darüber, wie voll der Bus gerade ist

Klaus Schmitz, Geschäftsführer der StadtBus Dormagen GmbH, brachte vom Digital Demo Day schon eine konkrete Zukunftsidee für den Busverkehr mit. „Eine Kombination aus Sensoren, die über den Sitzen angebracht werden, könnte unsere Kunden über Handy- und Webapp in Echtzeit darüber informieren, wie stark die Busse gerade ausgelastet sind“, erläutert Schmitz. Dies könne gerade in Coronazeiten bei der Entscheidung helfen, ob der Fahrgast den nächsten oder den übernächsten Bus nimmt. Grundsätzlich seien die Daten auch für die StadtBus GmbH selbst interessant, um zu bewerten, wo Linien verstärkt oder Taktungen ausgedünnt werden können. „Das Wissen nützt also auch der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens", so Schmitz. In Kooperation mit der SWD soll dieser Ansatz im Projekt weiter ausgearbeitet und umgesetzt werden. Die Kosten für einen Piloten schätzt die Gesellschaft auf ca. 75.000 Euro.

Kleine Schritte – großes Ziel

Am 20. Mai endet die Antragsfrist für die zweite Förderstaffel der Smart Cities. Bis dahin soll der Dormagener Antrag, an dem auch Experten der Uni Siegen mitarbeiten, eingereicht werden. Projektleiter André Heryschek ist zuversichtlich, dass die Förderkulisse greift. „Dieses in der Form einzigartige Leuchtturmprojekt birgt das Potenzial, mit seiner politischen und kommunikativen Strahlkraft auch überregional als Vorbild für andere Städte zu dienen.“

ChemLab vor nächstem Meilenstein - Coworking Space hat ersten Mieter

Im Februar 2019 hat der Coworking Space - eine Art Gemeinschaftsbüro - im Haus Unter den Hecken 58, den früheren Räumen des Sanitätshauses Salgert, seinen ersten „Mieter" empfangen: ChemLab Community Manager Guido Doublet hat dort seinen Schreibtisch bezogen und von dort aus seine Aufgaben wahrnehmen: den digitalen Reifegrad der chemischen Industrie in Dormagen analysieren und in den bestehenden Startup-Ökosystemen Tec-Startups auftun, die passgenaue Lösungen für chemietypische Fragestellungen entwickeln. „Ich freue mich darauf, dass bald Gründer mit innovativen Ansätzen hier einziehen und ein kreativer Austausch entsteht", sagt Doublet.

Ein „Coworker" wird die b.fab GmbH aus Dortmund sein, die auf Deutschlands größter Gründermesse, der startupcon, im September 2018 von Guido Doublet sowie seinen Mitstreitern, Wirtschaftsförderer André Heryschek und Chempark-Lotse Dr. Ulrich Bornewasser, mit dem ChemLab Award ausgezeichnet wurde. Der Gewinn: Sechs Monate im Coworking Space inklusive der Vernetzung in die drei CHEMPARK-Standorte Dormagen, Leverkusen und Uerdingen hinein, wo das Geschäftsmodell von b.fab auf Interesse stoßen dürfte: Das Unternehmen ist spezialisiert auf die effiziente Umwandlung von Kohlendioxid und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien in biotechnologische Wertschöpfungsketten.

Am 7. Februar präsentierten Guido Doublet, SWD-Geschäftsführer Michael Bison und André Heryschek (Local Manager) das ChemLab gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss beim Digital Demo Day in Düsseldorf. „Für uns war es ein erfolgreicher Tag, denn wir konnten 50 wertvolle Kontakte vorzugsweise zu Startups knüpfen, aber auch zu Evonik und einem mittelständischen Chemieunternehmen aus Düsseldorf, die beide gezielt auf uns zugekommen sind", bilanziert Heryschek. Nächster Meilenstein ist das ChemLab-Onboarding am Montag, 11. März, im gläsernen INEOS-Verwaltungsbau an der B9. Dort werden Currenta-Geschäftsführer Günter Hilken, Vertreter des Lanxess-Spinnoffs Chemondis und Guido Doublet aufzeigen, wie Digitalisierung in der Chemie auf verschiedenen Wegen funktionieren kann. Im Coworking Space wird indes nicht nur Kopf-, sondern auch Handarbeit betrieben: Auszubildende der Currenta installieren aktuell dort eine kleine Anlage, die den Branchenbezug zur Chemie für jeden Besucher direkt sichtbar macht. Besucher werden diese künftig über WLAN und eine eigene App ansteuern können.

ChemLab Award auf der startupcon 2018 geht an die b.fab GmbH

Am 18. September 2018 wurden auf der startupcon, Deutschlands größter Gründermesse in der Kölner LANXESS arena, die Preise für die innovativsten Chemie-Startups vergeben, darunter auch der Sonderpreis des ChemLab aus Dormagen. Der ChemLab Sonderpreis 2018 ging im Rahmen einer feierlichen Zeremonie auf der Hauptbühne der startupcon an die b.fab GmbH aus Dortmund. „Ich bin sicher, dass sich Unternehmen aus dem Chemparks für die b.fab-Innovationen begeistern lassen und wir die Vernetzung dieses jungen Startups mit der Industrie schnell beginnen können“, freut sich der ChemLab Community Manager Guido Doublet.

Das ChemLab stellt Startups in Dormagen einen Coworking Space, in dem sich Chem-Startups und die regionale Chemieindustrie räumlich und inhaltlich treffen und zu Kooperationsprojekten verbinden. Neben zwei Plätzen über maximal sechs Monate im neuen Coworking Space gewinnt die b.fab eine direkte Vernetzung in den Chempark an den Standorten Dormagen, Leverkusen und Krefeld. Diese übernimmt Dr. Ulrich Bornewasser (Currenta), der als Chempark-Lotse die Unternehmen aus dem Chempark in das Projekt einbindet. “Die Innovation von b.fab unterstützt die strategischen Unternehmensziele der CO2-freien Chemieproduktion unserer Chempark-Unternehmen und ist deswegen unser Gewinner in diesem Jahr”, erklärt Dr. Ulrich Bornewasser. Dies ist das erklärte Ziel des ChemLab: ein Startup-Ökosystem für die Chemie aufzubauen und eine Synergie zwischen Unternehmen, der digitalen Welt und Hochschulen entstehen zu lassen. „Ein Co-Working Space spezialisiert auf die Chemiebranche ist bis jetzt einmalig“, erklärt André Heryschek von der SWD Dormagen. „In den zwei Jahren Projektlaufzeit soll das ChemLab Strahlkraft in die gesamte Region erzeugen und viele innovative Geschäftsmodelle generieren.“

Digitalisierungs-Initiative „ChemLab" offiziell gestartet

Im Frühjahr 2018 hatte sich die Stadt Dormagen gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss als Projektträger und dem Chempark als Projektpartner erfolgreich mit der Initiative „ChemLab" auf das Förderprogramm DWNRW.Networks des Landes NRW beworben. Am 1. August 2018 ist das Digitalisierungsprojekt in der chemischen Industrie offiziell gestartet. „Zwischenzeitlich konnte mit Guido Doublet die Funktion des Digital Community Managers, der alle Vernetzungsaktivitäten zwischen Chemieunternehmen, IT-Mittelstand und Tech-Startups koordinieren wird, besetzt werden", teilt André Heryschek mit, der die ChemLab-Aktivitäten auf Seiten der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) koordiniert. "Stationiert" ist das ChemLab ab Januar 2019 in den Räumlichkeiten Unter den Hecken 58. Dort wird neben dem Digital Community Manager auch Dr. Ulrich Bornewasser, ChemLab-Koordinator für die Unternehmen im Chempark, Sprechzeiten anbieten. Ziel des ChemLab ist es, Unternehmen der chemischen Industrie mit Startups und IT-Mittelständlern zu vernetzen, um gemeinsam an digitalen Innovationen für die chemische Industrie und anliegende Wertschöpfungsketten zu arbeiten. „Dadurch sollen die Innovationskraft gesteigert, neue junge Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss, aus dem Rheinland und darüber hinaus in Dormagen etabliert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden", fasst SWD-Geschäftsführer Michael Bison zusammen.

Ihr Ansprechpartner: André Heryschek Tel.: 02133/257-657 | E-Mail: andre.heryschek[@]swd-dormagen.de

Zur ChemLab-Website

Teilen
Karte
Kontakt

Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderung
Unter den Hecken 70
41539 Dormagen
Tel.: 02133/257-416
Fax: 02133/257-77-416
Termine nach Vereinbarung

Voice reader
Stadt-töchter
Nach oben