Logistik „Made in Dormagen": Barth + Co. sorgt für Kinogenuss von Frankfurt bis Nordhorn

Kein Kinoabend ohne Popcorn. Kein Popcorn ohne Barth + Co.: Der Dormagener Logistiker sorgt dafür, dass 400 Lichtspielhäuser zwischen Frankfurt am Main und Nordhorn per LKW mehrfach pro Woche mit allem versorgt werden, was es für ein gelungenes Filmerlebnis braucht. Das beginnt bei Mais, Zucker, Nachos, Soßen und hört bei Strohhalmen, Prosecco-Dosen, Eismaschinen, Marshmellows in allen Variationen, Getränkebechern, Schokoriegeln und Chipsdosen, Seife und 3D-Brillen noch lange nicht auf. Die größtenteils süße Fracht lagert in den Hallen des Unternehmens in St. Peter. „Diesen Kundenauftrag des deutschen Marktführers wickeln wir seit 18 Jahren ab. Eine fehlerfreie Kommissionierung der Aufträge sowie die termingerechte Auslieferung sind das A und O", berichtet Dilek Durusoy, bei Barth + Co. in Dormagen verantwortlich für die Bereiche Vertrieb und Marketing. Mit einfachem Abstellen an der Laderampe ist es nicht getan, denn die Anlieferung erfolgt „frei Verwendungsstelle", also bis in die Küchen und Lagerräume der Kinos.

Der Auftrag fällt ins Geschäftsfeld der „Kontraktlogistik": Dabei werden Waren für den jeweiligen Kunden just in time ein- und ausgelagert. Bei Barth + Co. liegt der Fokus auf Konsumgütern: Eine weitere Halle auf dem Firmengelände füllen Kleidung, Schuhe und Accessoires. Auch hier bietet Barth + Co. eine Besonderheit. Das Unternehmen besitzt umfangreiche Zollgenehmigungen. Die Abwicklung mit den Zollbehörden erfolgt mit eigenen Mitarbeitern.

Zu den Kunden zählen viele mittelständische Unternehmen, „es sind gewachsene Beziehungen", die das Unternehmen mit Stammsitz in Hallbergmoos bei München auf eine breite Basis stellen. Die Niederlassung Dormagen versteht sich ebenso aufs grenzübergreifende Geschäft, insbesondere in die Türkei und nach Georgien. Am nördlichen Stadtrand von Tiflis wickelt die 2017 gegründete LLC Barth Logistik auf 10.000 qm Lagerfläche zahlreiche Logistikaufträge ab. Der noch junge Staat an der Grenze von Asien zu Europa ist ein Wachstumsmarkt mit Potenzial, sagt Durusoy: „Es gibt viele hungrige, gut ausgebildete junge Menschen dort, die arbeiten wollen." Noch funktioniert der Warentransport in eine Richtung: Georgien importiert, dürfte aber nicht zuletzt dank deutscher Unternehmen, die sich dort ansiedeln, mittelfristig unter die Exporteure gehen.

Dann könnte das Geschäft von Barth + Co. in Dormagen weiter wachsen, vorausgesetzt, dass die entsprechende Personalgewinnung gelingt. „Mitarbeiter für die Lagertätigkeiten zu finden, die körperlich belastbar, gut zu Fuß und wetterfest sind", umreißt Dilek Durusoy die aktuell größte Herausforderung für ihren Arbeitgeber. Wer sich für eine Ausbildung im Speditionsgewerbe und der Lagerlogistik interessiert, rennt bei Barth + Co. offene Türen ein. Das Speditionsunternehmen punktet als Mittelständler mit familiärer Atmosphäre und legt Wert darauf, dass die Mitarbeiter alle Bereiche des Logistik-Geschäfts kennen und beherrschen. Darauf wird in der Ausbildung geachtet. „Jeder von uns hier in Dormagen hat schon mal kommissioniert, wenn Not am Mann war", so Durusoy. Auch Aushilfen, die Warenlieferungen zusammenstellen, werden eingestellt. Die Suche nach geeigneten Bewerbern für die Ausbildungsberufe wird schon seit Jahren durch einen Dormagener Linienbus als Werbeträger erfolgreich unterstützt.

Gerüstbaulösungen „Made in Dormagen": Teupe ist Partner bei Brückensanierungen in ganz Deutschland

Wäre der Pylon der Fleher Brücke eine Werbefläche, man müsste wohl ein hübsches Sümmchen berappen, um dort einen Unternehmensnamen dranzuschreiben. Schließlich passieren jeden Tag rund 85.000 Fahrzeuge mit Menschen am Steuer die Rheinquerung. Sie alle blicken derzeit auf den Schriftzug „TEUPE". Die Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH mit Sitz in Dormagen hat den mit 145 Metern höchsten Brückenpylon Deutschlands sowie die gesamte Brückenkonstruktion eingerüstet. Eine Baustelle für die nächsten zwei Jahre, denn laut Straßen NRW wird sich die Sanierung der 1979 in Betrieb genommenen Rheinbrücke voraussichtlich bis Mitte 2020 erstrecken.

Die Fleher Brücke ist eines von vielen großen Sanierungsprojekten im öffentlichen Raum, die Teupe mit individuell auf das Bauwerk zugeschnittenen Gerüstlösungen begleitet. „Wir sind auf den unterschiedlichsten Baustellen unterwegs, aber Brücken und Kirchen sind schon so etwas wie unsere Spezialgebiete", sagt Geschäftsführer Josef Teupe. Als der Petersdom in Rom kurz vor dem Millennium feingemacht wurde für das „Heilige Jahr", baute Teupe die Gerüste, sicherte im vergangenen Jahr Sondierungsarbeiten am bröckelnden Drachenfels und stellt Gerüste, Befahranlagen und Hubsteiger im Rahmen der Sanierung des Signal IDUNA-Parks in Dortmund, Heimstatt des BVB.

Koordiniert werden die umfangreichen Projekte von Dormagen aus, „denn hier ist die Kundensparte Infrastruktur konzentriert", wie Teupe erläutert. In St. Peter haben die Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH und die Teupe GmbH Hebe- und Fördertechnik sowie die GESTA Gesellschaft für Stahlrohrgerüste mbH ihren Sitz. Dort lagern auf riesigen Flächen jene Stahlrohre, die nach exakter computergestützter Berechnung für jedes Projekt immer wieder neu zusammengesetzt werden. Ein großer Baukasten sozusagen, für den Teupe-Mitarbeiter in der eigenen Werkstatt wenn nötig spezielle Teile maßanfertigen. Tragfähigkeit und Zustand des Bauwerks, Witterungseinflüsse, das alles gilt es bei der Planung zu beachten. „Wenn das Gerüst ,eingehaust‘, also mit Planen überspannt wird, entstehen große Windangriffsflächen, die bedacht werden müssen", schildert Josef Teupe eine der Herausforderungen. Bevor sich der erste Handwerker darauf bewegt, wird jede Gerüstkonstruktion schlussendlich behördlich abgenommen.

60 Jahre Firmengeschichte und Erfahrung hat das in Stadtlohn (Westfalen) entstandene Familienunternehmen im Rücken, beschäftigt deutschlandweit 400 feste Mitarbeiter. „Wir wachsen gesund aus Eigenkapitalrendite", sagt Josef Teupe. Das gilt ebenso für den Standort Dormagen, wo an der Koloniestraße gerade der Verwaltungssitz erweitert wird. Dank der strategisch guten Lage zwischen den Ballungszentren Rhein und Ruhr – auch ein Plus in punkto Fachkräftegewinnung - darf sich der Standort als langfristig gesichert betrachten. „Wenn jetzt noch der Autobahnanschluss Delrath käme, wäre es perfekt", schmunzelt Josef Teupe. Die Planungen dafür standen schon 1997 im Raum, als Teupe mit der GESTA-Übernahme in Dormagen ansässig wurde.

Fasern „Made in Dormagen": Asahi Kasei produziert Zutaten für die nachhaltigste Jeans weltweit

Eine Jeans, die nicht nur mit gutem Sitz und modischem Chic überzeugt, sondern auch ein gutes Gefühl vermittelt, was den ökologischen Fußabdruck betrifft? Gibt es: Das Modeunternehmen C&A hat die nach eigenen Angaben weltweit nachhaltigste Jeans im Sortiment – und das mit freundlicher Unterstützung aus Dormagen. Denn die Cradle-to-Cradle Gold -zertifizierte Stretch Jeans wird unter anderem mit der Elastan-Faser ROICA™ V550 des CHEMPARK-Unternehmens Asahi Kasei produziert. „Wir sind stolz darauf, bei der Einführung dieses weltweit ersten Projektes zur Produktion einer zu einhundert Prozent verantwortungsvollen Jeans als Partner von C&A mitzuarbeiten", sagt Uwe Schmidt, Geschäftsführer von Asahi Kasei, und setzt hinzu: „Dieses Projekt spiegelt perfekt unsere Mission wider, Produkte zu schaffen, die einen besonderen Mehrwert haben und den aktuellen Kundenwünschen nach verantwortungsvollen und cleveren Textilien gerecht werden."

Die ROICA™ V550 Faser wurde schon 2016 mit dem Cradle-to-Cradle® Gold -Zertifikat ausgezeichnet. Cradle to Cradle® ist ein Designkonzept, das die Natur zum Vorbild hat. Alle Produkte werden nach dem Prinzip einer potenziell unendlichen Kreislaufwirtschaft konzipiert. Für Textilien bedeutet das: Produkte werden bereits im Design- und im Herstellungsprozess als Ressourcen für die nächste Nutzungsphase optimiert. Materialien, Rohstoffe und Wertstoffe gehen nicht verloren, können nach ihrem Gebrauch verlustfrei zurückgewonnen und im Idealfall unendlich oft wiederverwertet werden. Die ROICA™ V550 Elastan-Faser ist eines von vielen exzellenten und innovativen Produkten „Made in Dormagen". Um genau diese dreht sich alles in der gleichnamigen Kampagne, mit der die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) die vielfältige Unternehmenslandschaft am Standort in den Fokus rücken will.

Mahlwerke „Made in Dormagen“: Görgens-Mühlen sind wahre Alleskönner und weltweit im Einsatz  

Seinem Aufenthalt in den USA Anfang der Sechzigerjahre verdankte Hermann-Josef Görgens seine bis heute erfolgreiche Geschäftsidee. Beim bekannten Ketchup-Produzenten Heinz machte der Firmengründer der Mahltechnik Görgens GmbH erstmals Bekanntschaft mit einem Mahlverfahren, bei dem sich Produkte im Luftwirbel durch wiederholten Zusammenstoß zerkleinern, fast ohne äußeren mechanischen Einfluss. Zum Einsatz kommen Turborotoren, die wie ein Flugzeugtriebwerk Luftverwirbelungen (Turbulenzen) erzeugen. Der Vorteil: Weil nur eine geringe mechanische Beanspruchung entsteht, gibt es kaum Verschleiß am

„Unsere Mahlwerke sind ein Nischenprodukt“, sagt Ermano Görgens, der heute die vom Vater gegründete kleine und feine Firma führt. Zwölf Mitarbeiter tüfteln im unspektakulären Flachdachbau an der Norfer Straße an neuen Techniken. Görgens-Mahlwerke finden sich vorwiegend in der Nahrungsmittel-Industrie, wo sie zum Beispiel Getreide, Zucker und Gewürze zerkleinern. Sie mahlen aber auch Aluminium, Kautschuk, Seifen, Wachse oder Gummi und Gemische wie Elektronikschrott. Seine Firmenphilosophie fasst der Chef in einem prägnanten Satz zusammen: „Wir lernen zusammen mit dem Kunden und wollen ihm einen Nutzen verschaffen.“ Aktuell wartet ein russischer Auftraggeber auf eine Maschine, mit der sich PVC-Bodenbeläge wiederverwerten lassen. Das temperaturempfindliche Material bedarf besonderer Behandlung, „da werden wir mit flüssigem Stickstoff kühlen“, erklärt Görgens. Der größte PVC-Rohr-Produzent auf dem südamerikanischen Kontinent bedient sich bereits einer Görgens-Technik „made in Dormagen“.

Die bringt nämlich einen weiteren Vorteil mit sich: Der Luftstrom kann wahlweise gekühlt oder erhitzt werden. Das Verfahren eignet sich für feuchte Substanzen und Pasten daher ebenso wie für hitzeempfindliches Material, beispielsweise Kunststoff.  „Unsere Maschinen stehen zur Trockenzerfaserung von Zellstoff auch bei Papierherstellern“, nennt Ermano Görgens ein weiteres Anwendungsbeispiel. Kürzlich wurde noch eine Methode zur Proteinpasten-Trocknung entwickelt – am Ende des Mahlprozesses bleiben Pulver für die Weiterverarbeitung in der Nahrungsmittelindustrie und solche, die Muskeln wachsen und Pfunde schmelzen lassen, wenn man sie zu Shakes verrührt. Die Wartung der Maschinen übernimmt übrigens der Kunde selbst. Auf Wunsch werden die Anlagen, für die auch US-amerikanische und japanische Maschinenbauer Komponenten zuliefern, von Görgens fernüberwacht. Alle Informationen tickern dann in die Dormagener Firmenzentrale. „Die Stadt ist perfekt für uns mit ihrer Lage zwischen zwei Rheinmetropolen und den nahen Flughäfen“, sagt Ermano Görgens. Ein wenig ist dem Unternehmer der Lokalpatriotismus wohl in die Wiege gelegt: Sein Vater, Seniorchef Hermann-Josef Görgens, wurde innerhalb der Zonser Stadtmauern geboren.

Know-how „Made in Dormagen": TEC Industrie Service ist in der Welt zu Hause

Heute Köln, morgen Südafrika oder wie zuletzt Peru: Die weltweite Verlagerung von Maschinen und Anlagen ist das tägliche Geschäft der TEC GmbH. Das Unternehmen, seit 2014 mit Sitz an der Hamburger Straße, wurde 2000 gegründet – damals ein Ingenieurbüro mit sechs Mitarbeitern. Heute hat sich der Headcount allein in der deutschen Firmenzentrale mehr als versechsfacht. TEC unterhält zudem Niederlassungen in der Türkei, in Südafrika und in Ägypten.

Die großen Namen der Konsumgüterindustrie, Genussmittel- und Automobilbranche bedienen sich der TEC-Expertise. Sie lassen neue Produktionsstraßen von den Dormagener Verlagerungsspezialisten installieren, bestehende Anlagen demontieren, über Kontinente hinweg umziehen und am neuen Standort wieder aufbauen. Wird der Maschinenpark für ein neues Produkt modifiziert, kommt ebenso TEC ins Spiel. „Für weltweit agierende Firmen, die ähnliche Anlagen rund um den Globus betreiben, ist es von Vorteil, immer auf denselben Dienstleister zurückzugreifen", erläutert Stefan Schlenzig, der gemeinsam mit Dennis Mausberg die Geschäfte führt. Für das Geschäftsmodell der Industriemontage braucht es neben Ingenieuren und Bauleitern auch Experten für den grenzüberschreitenden Transport von Gütern. Das macht Thomas Dittmann deutlich: „Logistik macht neben der ingenieurtechnischen Leistung eine Menge Arbeit, denn Transport und Verzollung über Ländergrenzen und Kontinente hinweg erfordern Know-how und ein internationales Netzwerk", sagt Dittmann.

Jüngst brachte die TEC GmbH eine Lieferung nach Peru auf den Weg. Fragiler Inhalt des Frachtstücks: Ausgemusterte Mikroskope der Städtischen Realschule, die in einem Kinderdorf in den Anden zu neuen Ehren kommen sollten. Ex-CHEMPARK-Leiter Dr. Walter Leidinger und Norbert Grimbach, pensionierter Biologielehrer, hatten das Hilfsprojekt gemeinsam auf die Beine gestellt. Die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) brachte beide Ehrenamtler mit TEC-Geschäftsführer Stefan Schlenzig zusammen. Der war Feuer und Flamme für dieses „soziale Engagement, bei dem man auch ein Ergebnis sieht". TEC übernahm die luftfrachtgerechte Verpackung der technischen Gerätschaften, den Versand und die Zollabwicklung durch einen Agenten in Lima, der auch den sicheren Transport ins peruanische Hochland organisierte. Insgesamt Leistungen im Wert von über 3.000 Euro, die gut angelegt sind, wie Schlenzig betont: „Es passte genau, wir konnten hier helfen, indem wir unser technisches Know-how einsetzen und mit der Initiative auch noch das Thema Ausbildung unterstützen."

Über 18 Jahre Firmengeschichte hat sich technisch so manches verändert. Wo früher Hallen im Vorfeld einer Montage noch mit dem Zollstock vermessen wurden, erfassen 3D-Laserscanner mittlerweile ein Gebäude mit jeder noch so kleinen Abweichung vom Bauplan. Heute gehört auch der Bereich „Technology" zum Firmenportfolio. Teil davon ist die Entwicklung von Drohnen nach Kundenwunsch, die auf den Einsatz im Bau- und Konstruktionsbereich zugeschnitten sind.

Sonnenstrom "Made in Dormagen": sun dorado versorgt 800 Haushalte

Die Sonne ist rund 150 Millionen Kilometer von Dormagen entfernt. Trotzdem lässt sich ihre unglaubliche Kraft vor Ort zur Stromerzeugung nutzen. Knapp 700 Photovoltaikanlagen stehen derzeit in Dormagen. „Trotzdem wurde im Jahr 2016 nur 15 Prozent des Stroms der in Dormagen verbraucht wird, auch hier hergestellt“, erklärt evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann. Dass sich diese Quote heute mit 28 Prozent nahezu verdoppelt hat, ist „sun dorado“ zu verdanken: Diesen Namen trägt der sechs Hektar große Solarpark, den die evd Ende 2016 in nur einem Monat Bauzeit in Gohr auf der stillgelegten Deponie errichtet hat. Über 17.000 Quadratmeter Modulfläche wird Sonnenenergie aufgenommen und in Strom umgewandelt. Die Leistung des „Sun dorado“ von 2,8 Megawattpeak reicht aus, um rund 800 Haushalte ganzjährig mit Energie zu versorgen.  „Der im Solarpark erzeugte Strom bleibt zu 100 Prozent hier in Dormagen, das bedeutet eine beträchtliche Wertschöpfung für unsere Stadt“, betont Diekmann.

Dem Bau ging eine sorgfältige Planung voraus. So ließ die evd aufwändige Umweltprüfungen mit einem Artenschutz-Gutachten vornehmen und neben dem Statik-Gutachten auch einen landschaftspflegerischen Begleitplan erstellen. Zusätzliche Stromtrassen wurden nicht benötigt. Wichtig in punkto Verkehrssicherheit und guter Nachbarschaft: Anwohner und Autofahrer auf der B477 werden nicht durch Reflektionen der Solarmodule beeinträchtigt. Das hat ein Blend-Gutachten bestätigt. „Der Solarpark ist ein weiterer großer Schritt in Richtung umweltfreundliche Energieerzeugung vor Ort“, so Diekmann. Gegenüber der herkömmlichen Stromerzeugung wird die Umwelt dadurch um jährlich fast 2.000 Tonnen CO2 entlastet.

Auch Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld stand von Anfang an hinter dem Projekt auf der Broicher Höhe: „Mit dem Solarpark steigern wir die Erzeugung von Sonnenstrom in Dormagen auf einen Schlag um fast ein Drittel. Das entspricht den Zielsetzungen des städtischen Klimaschutzbeirats.“ Seit 1996 fördert die Stadt Dormagen als Partner im europäischen Klimaschutzbündnis alternative Energieerzeugung.

Uhrendesign "Made in Dormagen": Junger Gründer steht hinter "Justus Brown"

Tobias Niebuhr mag es puristisch – zumindest, wenn es um Uhren geht. Der 28-Jährige Zonser ist Gründer, Designer, Freigeist und einer, der Lust auf Risiko hat. Vor zwei Jahren machte sich Niebuhr mit seinem eigenen Uhrenlabel „Justus Brown" selbständig. Im Sommer 2017 ging sein Online-Shop an den Start. Dafür setzte der Leibniz-Abiturient und studierte Event-Manager alles auf eine Karte. Gab eine gute berufliche Position als Store Manager bei einer Textil-Kette auf, zog zurück ins Elternhaus und begann, erste Entwürfe zu zeichnen. „Ich hatte schon immer Spaß an der Visualisierung von Dingen", sagt Niebuhr. Er entwirft klassisch reduzierte Uhren, die die Zeit anzeigen können – sonst nichts. Seine Zielgruppe: „Junge Menschen zwischen 20 und 34, die abends rausgehen, abschalten und nicht überwacht werden wollen, was ihr Puls gerade sagt." Der Style von Justus Brown also ist „made in Dormagen", das Produkt dagegen „global zusammengesetzt", wie Niebuhr selbst sagt. Gefertigt werden die Uhren über einen Schweizer Hersteller in China, ein indischer Designer setzt zuvor die Entwürfe professionell um.

Analog ist bei diesem Geschäftsmodell letztlich nur das Produkt. Auch seine Geschäftspartner – Agenturen, die Marketing und Werbung für „Justus Brown" in den sozialen Medien übernehmen – findet Tobias Niebuhr im Internet. Der Absatzweg – bis heute ausschließlich digital. Einen stationären Verkauf gibt es nicht. „Wenn ein Online-Shop nicht läuft, übersetze ich ihn in beispielsweise Russisch und spreche neue Kunden an. Das funktioniert mit einem Laden in der Fußgängerzone nicht", stellt Niebuhr nüchtern fest.

Aktuell sucht er Sponsoren für eine neue Kollektion, natürlich im Netz. Auf Crowdfunding-Plattformen - zu Deutsch Schwarm-Finanzierung - wie „kickstarter" bieten Gründer und Start-Ups weltweit ihre Geschäftsideen feil. Finden sich genügend finanzielle Unterstützer, wird das Geschäftsmodell realisiert.

Ort und Zeit spielen in der globalisierten Welt keine Rolle mehr. Tobias Niebuhr könnte sein Geschäft von jedem Winkel der Welt aus führen. Über das Internet ist er 24/7 mit Kunden und Geschäftspartnern rund um den Erdball verbunden. Aber Dormagen, sagt der Jungunternehmer, „bleibt meine Herkunft". Die Stille, die während des Tages über dem Zonser Märchenviertel liegt, erlaubt es ihm, konzentriert an seinen Entwürfen zu feilen. „Justus Brown" soll wachsen, sagt Niebuhr: „Ich könnte mir auch vorstellen, einen Partner mit reinzunehmen, um gemeinsam etwas zu entwickeln." Bis zum 30. Geburtstag gibt sich Gründer Tobias Niebuhr Zeit. Die Uhr tickt.

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